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Was bedeutet eigentlich "Sportphysiotherapie"?
















In den meisten Disziplinen des Profisports ist es schon seit langem so, dass PhysiotherapeutInnen fixer Teil des Teams sind. Und auch im Hobbysport wird diese Art von Unterstützung immer häufiger in Anspruch genommen. Aber was genau ist eigentlich das Besondere an "Sportphysiotherapie"? Kurz gesagt: Sportphysiotherapie umfasst die Arbeit mit PatientInnen aller Alters- und Leistungsgruppen in einem (zumeist) sportlichen Umfeld. Sie kann primär in drei Bereiche unterteilt werden: Rehabilitation, Prävention, Training.

● "Rehabilitation" - Betrifft Menschen, die sich (nicht ausschließlich aber oftmals) bei sportlicher Aktivität verletzt haben bzw. sich gerade von einer Verletzung erholen und möglichst rasch wieder ihren Sport ausüben wollen. Das körpereigene Reparatursystem, das nach Verletzungen und Operationen unsere Knochen, Sehnen und Muskeln wieder zusammenwachsen lässt, fasziniert mich seit Beginn meiner Arbeit immer wieder erneut. Vieles wird sozusagen wieder "von alleine" gut. Aber in der Zeit nach einer Verletzung oder Operation gibt es vor allem zwei Gefahren: 1) Zu viel Reiz und Belastung: Setzt man zu frühe und zu starke Reize, besteht die Gefahr einer erneuten Traumatisierung. Das können zB. Mikrotraumen im gerade heilenden Gewebe sein, welche dann den Heilungsverlauf unnötig in die Länge ziehen. Bei dauerhafter oder intensiver Überbelastung können sich auch Entzündungen und chronische Schmerzen entwickeln oder es entstehen gar Verletzungen, die eine erneute ärztliche Intervention notwendig machen. 2) Zu wenig Reiz und Belastung: Wenn Muskeln, Sehnen und Bänder wieder zusammenwachsen, richten sich die neu gebildeten Fasern und Verbindungen immer optimal nach der Richtung der wirkenden Kräfte aus. Belastung zur richtigen Zeit und im richtigen Ausmaß bewirkt also, dass eine zusammengenähte Muskelsehne oder ein Knochenbruch, stabiler zusammenwachsen, als wenn man sie monatelang völlig ruhigstellen würde. Und "Ruhigstellung" bedeutet immer auch Muskelabbau. Wie schnell das geht, kann jeder bestätigen, der mal ein paar Wochen einen Gips getragen hat und nach Abnahme desselbigen feststellen musste, dass ein Arm/ein Bein so aussieht, als würde es jemand anderem gehören, der 20 Kilo weniger hat. Damit das Gewebe also so stabil wie möglich verheilt und gleichzeitig der Verlust an Muskelmasse möglichst gering bleibt, bzw. dann wieder so rasch wie möglich wieder rückgängig gemacht wird, ist es wichtig, zu wissen, was für Übungen, zu welchem Zeitpunkt sinnvoll sind und wie weit man dabei gehen soll. ● "Prävention" - Für alle die ambitioniert eine Sportart ausüben, und dadurch entstehende gesundheitliche Risiken bereits im Vorfeld minimieren wollen, ist Prävention ein wichtiges Thema. "Sport ist Mord" - ein blöder Spruch...aber fragt mal UnfallchirurgInnenen (oder eben PhysiotherapeutInnen) ob darin nicht auch ein bisschen Wahrheit steckt ;-). Tatsache ist: Neben den gesundheitlichen Benefits die man durch Sport hat, gibt es immer auch ein mehr oder weniger großes Verletzungsrisiko und mögliche Langzeitfolgen durch einseitiges Training und die Be- und Überlastung des Bewegunsapparates. PhysiotherapeutInnen können hier ansetzen, indem sie mit den KlientInnen die jeweiligen Anforderungen und Risiken einer Sportart anaylsieren und dann das Training so anpassen, dass die Gefahren minimiert werden. Das kann unter anderem geschehen, indem man Technik und Bewegungsabläufe verbessert, Schwächen im Kraft- und Koordinationsbereich ausgleicht oder -zusätzlich zum sportartspezifischen Training- ausgleichende Übungen durchführt. Auch regelmäßige passive, manuelle Behandlungen wie Triggerpunkttherapie, osteopathische Techniken, Faszienbehandlungen, Dehnungen oder Massagen können das Verletzungsrisiko senken und helfen, "seinen" Sport möglichst lange ausüben zu können.

"Training" - Ist unumgänglich für alle, die sich in "ihrer" Sportart verbessern wollen oder fit bleiben wollen. Wenn man an Wettbewerben teilnehmen oder einfach für sich selbst effektiver trainieren möchte, kann es hilfreich sein, sich mit TrainerInnen oder TherapeutInnen zusammen zu setzen und zu schauen, wie das Training optimiert werden kann. Fragen die dann geklärt werden, sind unter anderem: ◦ Welche Muskelgruppen werden in meiner Sportart besonders gebraucht? ◦ Welche Kraftarten (Maximalkraft, Schnellkraft, Reaktivkraft, Kraftausdauer) sind für meinen Sport ausschlaggebend und wie trainiere ich diese? ◦ Welche Ausdauerart ist für mich die Wichtigste und in welchem Pulsbereich soll ich dafür trainieren? ◦ Gibt es koordinative Schwächen oder Beweglichkeitseinschränkungen an denen ich arbeiten sollte? ◦ Welche technischen Schwächen gibt es und wie verbessere ich diese? ◦ Wie sieht das bisherige Training aus - und ist wirklich alles davon sinnvoll? ◦ Mit welcher Häufigkeit soll ich trainieren, wie und wann soll ich pausieren? ◦ Wie sieht ein Plan zur Wettkampfvorbereitung aus ? Oder für eine ganze Saison? Reha, Prävention, Training. Diese Bereiche können einzeln für sich stehen, oft überschneiden sie sich auch. Und um jetzt die Kurve zum Wakanda Health zu kratzen: Wahrscheinlich gibt es in Österreich nicht viele Orte, die so gute Vorrausetzungen bieten, um sportphysiotherapeutisch zu arbeiten. Wenn ich bei KollegInnen "einedrahn" will, erzähle ich unter anderem gern, dass ich genug Platz habe, um mit meinen PatientenInnen ein Lauf-ABC indoor (!!) durchzuführen ;-) und dass wir hier selbst Olympia-AthletInnen gerecht werden könnten. Gut, das ist vielleicht ein wenig übertrieben und wird jetzt hier in Innermanzing wahrscheinlich nicht so häufig vorkommen ;-).


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